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Gründungen und Unternehmensschließungen

Das IfM Bonn erstellt basierend auf den Daten des Statistischen Bundesamtes regelmäßig Statistiken zu den gewerbeanzeigepflichtigen Gründungen und Liquidationen (Aufgaben) sowie zu den Insolvenzen. Daneben ermittelt das IfM Bonn auf der Basis der Steueranmeldungen der Gründer und Gründerinnen bei den Finanzämtern die Anzahl der Gründungen in den Freien Berufen sowie unter Land- und Forstwirten.

Eine Differenzierung zwischen einem Start-up und einer Gründung ist nach Ansicht des IfM Bonn nur zielführend, wenn ein Start-up als innovative und schnell wachsende Neugründung - und zwar ohne Einschränkung auf einen Sektor - verstanden wird.

NUI-Indikator

Gründungsneigung in den Bundesländern

Im Jahr 2020 hat die Gründungsneigung in den meisten Bundesländern – betrachtet man den Durchschnitt der Kreise – abgenommen, darunter insbesondere in Hamburg sowie in Sachsen-Anhalt, Thüringen, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Hessen. Eine Zunahme verzeichneten nur Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen und Saarland. Dies wirkt sich teils auch auf das Bundesländerranking aus: So sind beispielsweise Baden-Württemberg von Platz 8 auf Platz 6 und Niedersachsen von Platz 10 auf Platz 8 aufgestiegen. Nordrhein-Westfalen und Bremen verschlechtern sich hingegen.

Den höchsten NUI-Wert weist der Stadtstaat Berlin auf. Mit Abstand folgen Hamburg und die Flächenländer Schleswig-Holstein, Hessen und Bayern. Auf den Plätzen 6 und 7 – und damit noch über dem Durchschnitt – liegen Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.

Innerhalb der Bundesländer sind teilweise stark ausgeprägte Unterschiede im regionalen NUI-Indikator zu erkennen: So finden sich beispielsweise in Bayern 11 und in Hessen vier Kreise in der NUI-Spitzengruppe (vor allem in den Ballungsgebieten der Landeshauptstadt München und dem Rhein-Main-Gebiet). Andere Kreise dieser Bundesländer liegen aber nur im Mittelfeld oder im unteren Drittel des bundesweiten Rankings (Bayern: 43, Hessen: 10), wodurch der landesweite Durchschnitt sinkt.

Entwicklung der Gründungsneigung in Nordrhein-Westfalen

In Nordrhein-Westfalen (NRW) liegt der NUI-Indikator 2020 mit einem Landesdurchschnitt von 121,5 leicht unter dem Bundesdurchschnitt von 123,2. Von den 53 nordrhein-westfälischen Kreisen und kreisfreien Städten erreichten 12 einen höheren NUI-Wert als im Vorjahr. Dabei weisen die kreisfreie Stadt Dortmund (9,3 Punkte) und der Landkreis Borken (9,0 Punkte) die größte Verbesserung auf, gefolgt von der kreisfreien Stadt Leverkusen (7,3 Punkte) und dem Landkreis Warendorf (5,3 Punkte). Der Anstieg der NUI-Werte in den 12 Kreisen geht auf eine höhere Anzahl der Gewerbeanmeldungen zurück, wobei der NUI-Wert häufig zusätzlich durch einen Rückgang der erwerbsfähigen Bevölkerung begünstigt wird.

Im bundesweiten Ranking lagen im Jahr 2020 in Nordrhein-Westfalen 11 Kreise im oberen Drittel, 25 Kreise im Mittelfeld und 17 Kreise unterhalb des Mittelfeldes.

Gründungsstärkste Region in NRW war 2020 erneut die kreisfreie Stadt Leverkusen: Mit einem NUI-Indikatorwert von 211,7 nimmt sie nunmehr den zweiten Platz im bundesweiten Ranking ein. Die Landeshauptstadt Düsseldorf (154,7) folgt in NRW an Platz zwei. Auf den weiteren Rängen folgen die Landkreise Mettmann (148,1), Viersen (145,1) und Euskirchen (144,5).

Die Ruhrgebietskreise kommen im Durchschnitt auf einen NUI-Indikatorwert von 114,0. An der Spitze stehen die kreisfreien Städte Essen (130,2), Herne (129,1) und Duisburg (123,9). Sie weisen auch als einzige Ruhrregionen NUI-Werte über dem Landesdurchschnitt auf. Nur knapp unter dem Landesdurchschnitt liegt im Ruhrgebiet der Landkreis Wesel (121,4).

Tabellen zum NUI-Regionenranking

NUI-Regionenranking 2020

NUI-Regionenranking 2020 nach amtlichem Gemeindeschlüssel

NUI-Regionenranking 2020 nach Bundesländern

Aktualisierung

Ergebnisse des NUI-Regionenrankings 2021 voraussichtlich im Herbst 2022.

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Wissenschaftliche Mitarbeiterin Olga Suprinovič

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