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KMU-Barometer

Das IfM Bonn nutzt die europaweite Unternehmensbefragung "Survey on the Access to Finance of Enterprises" (kurz: SAFE), die seit 2009 im Auftrag der Europäischen Kommission und der Europäischen Zentralbank durchgeführt wird, um halbjährlich über die aktuelle wirtschaftliche Lage und die aktuellen Herausforderungen von kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland und ausgewählten EU-Ländern zu berichten.

Verbesserung der wirtschaftlichen Lage Ende 2025

Zum Ende des Jahres 2025 haben sich zwei von drei Kennzahlen – Umsatz und Gewinn – verbessert. Lediglich die Kennziffer Investitionstätigkeit der KMU in Deutschland ist geringfügig gesunken. Insbesondere bei den Gewinnen der KMU in Deutschland ist seit Jahresbeginn 2025 trotz einer Eintrübung im Herbst eine spürbare Verbesserung zu verzeichnen. Die wirtschaftliche Situation der KMU in Deutschland blieb das ganze Jahr 2025 hinter der der KMU im Euroraum zurück.

Anmerkung zur Abbildung
Die Grafik zeigt für drei ausgewählte Indikatoren den Anteil der KMU mit einem Anstieg abzüglich des Anteils derer mit einem Rückgang des jeweiligen Indikators. Ein positiver Wert zeigt an, dass der Anteil der KMU mit einem Anstieg den Anteil derer mit einem Rückgang übersteigt. Ein negativer Wert zeigt an, dass der Anteil der KMU mit einem Rückgang größer ist als der KMU mit einem Anstieg. Je höher ein Wert, desto besser ist die wirtschaftliche Situation der KMU gemessen anhand des betrachteten Indikators.

Problembetroffenheit der KMU in Deutschland nimmt wieder zu

Seit langer Zeit ist der "Fachkräftemangel" das bedeutsamste Problem für die KMU in Deutschland. Zeitweise wurde diese Herausforderung von fast jedem zweiten KMU als hoch bedeutsam eingestuft. Weitere bedeutsame Problembereiche sind "Kundengewinnung", "Produktions- und Arbeitskosten" und "Regulierung". Im Lauf des Jahres 2025 wurden Problembereiche wie Fachkräftemangel, Produktions- und Arbeitskosten sowie Regulierung wieder von zunehmend mehr KMU in Deutschland als hoch bedeutsam wahrgenommen.

Regulierung wird von KMU im Euroraum zunehmend als Problem wahrgenommen

Auch für die KMU im Euroraum bleibt der Fachkräftemangel das relevanteste Problem. Die Produktions- und Arbeitskosten hingegen verlieren im dritten Quartal an Relevanz und fallen auf Rang drei. "Regulierung" wird von den KMU im Euroraum stärker als Problem wahrgenommen als von den KMU in Deutschland. So steigt der Anteil der KMU, die dieses Thema auf der Skala einen Wert von 9 oder zehn ("sehr problematisch") zuweisen, seit ungefähr einem Jahr kontinuierlich. Insgesamt ist die Problembetroffenheit der KMU in Deutschland höher als bei den KMU im Euroraum. 

Beim „Survey on the Access to Finance of Enterprises“ (SAFE) handelt es sich um eine europaweite Befragung, die von der Europäischen Zentralbank (EZB) zwei Mal (Fragen zu den Problemlagen), beziehungsweise vier Mal (Fragen zu Umsatz, Gewinn und Investitionen) pro Jahr durchgeführt wird. Einige Länder werden aufgrund ihres geringen Anteils an der gesamtwirtschaftlichen Leistung nur einmal pro Jahr in die Befragung aufgenommen, so dass unsere Auswertungen nur die Länder Österreich (AT), Belgien (BE), Deutschland (DE), Spanien (ES), Finnland (FI), Frankreich (FR), Griechenland (GR), Irland (IE), Italien (IT), Niederlande (NL), Portugal (PT) und Slowakei (SK) umfassen. Berücksichtigt werden ausschließlich kleine und mittlere Unternehmen (KMU) gemäß EU-Definition.

Aktualisierung

Voraussichtlich Mai 2026.

Ansprechpartner

Wissenschaftlicher Mitarbeiter Dr. Sebastian Nielen

Telefon
+49 228 7299763
E-Mail
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