Ausgangslage/Problemstellung
Eine aktuelle Studie des IfM Bonn hat im Einklang mit der internationalen Forschung gezeigt, dass von Frauen geführte junge Unternehmen in Deutschland seltener Venture Capital (VC)-Finanzierung nutzen als von Männern geführte junge Unternehmen, insbesondere wenn sie im Team geführt werden. Dies deutet darauf hin, dass von Frauenteams geführte innovative Unternehmen (Start-ups) seltener VC nutzen als von Männerteams geführte Start-ups (vgl. auch Start-up Monitor). Sie erhalten zudem zwar nicht generell, aber unter bestimmten Bedingungen geringere Finanzierungsbeträge. Wie es zu den genderspezifischen Unterschieden in der Risikokapital-Finanzierung kommt, welche Rolle das Geschlecht der Investoren dabei spielt und wie sich diese Unterschiede auf die weitere Finanzierung und die wirtschaftliche Entwicklung der Start-ups auswirken, ist noch nicht vollständig verstanden.
Forschungsziel/Vorgehensweise
Ziel des Projekts ist es, die Nutzung von Risikokapital von Start-ups in Deutschland aus einer Genderperspektive zu untersuchen und dabei die Determinanten der Nutzung und der Höhe der eingeworbenen Beträge möglichst umfassend zu identifizieren. Überdies soll der Einfluss der Risikokapitalfinanzierung auf die wirtschaftliche Entwicklung der von Frauen und der von Männern geführten Start-ups untersucht werden. Als Datenbasis soll der startupdetector genutzt werden, eine Datenbank, die alle im Handelsregister eingetragenen Start-ups in Deutschland umfasst und bis 2014 zurückreicht. Neben Unternehmensangaben enthält es auch Informationen zum Geschlecht der Gründer und zu den Risikokapitalfinanzierungen (u.a. Zeitpunkt, Finanzierungsrunde, Höhe, Art des Investors, Geschlecht bei Business Angels).