Ausgangslage/Problemstellung
Aufgrund zunehmender geopolitischer Unruhen haben Bundesregierung und EU beschlossen, die Verteidigungsausgaben deutlich zu erhöhen. So sollen in den kommenden Jahren unter anderem rund 500 Mrd. EUR (Bund) sowie 800 Mrd. EUR (EU) zusätzliche Kredite für Rüstungsinvestitionen aufgenommen werden. KMU könnten hiervon auf unterschiedliche Weise profitieren. So ergeben sich durch höhere Militärausgaben in Ländern wie den USA und Israel Absatzpotenziale für KMU, die entsprechende Innovationen vorantreiben und an Wertschöpfungsketten partizipieren. Auch haben beide Länder eine innovative Gründerszene, die von verlässlicher staatlicher Nachfrage nach Rüstungsgütern profitiert. So sind Innovationen im Rüstungsbereich oft Ausgangspunkt für Innovationen und Geschäftsmodelle mit zivilgesellschaftlichem Nutzen.
Forschungsziel/Vorgehensweise
Ziel der Studie ist es zu klären, wie mittelständische Unternehmen hierzulande von den staatlichen Investitionen profitieren können und welche spezifischen Herausforderungen es dabei gibt. Orientierungshilfe sollen dabei in einem ersten Schritt Länder geben, die bereits eine aktivere Rüstungspolitik haben. Einer tieferen Analyse werden vorrangig europäische Länder, bspw. Schweden und Polen, unterzogen, deren Rahmenbedingungen den deutschen näher sind. Durch Literaturanalyse und Experteninterviews soll so ein Verständnis für die jeweilige (historische) Entwicklung der Rahmenbedingungen, Strukturen, Maßnahmen und Erfolgsfaktoren gewonnen werden. In einem zweiten Schritt werden mittels Gespräche mit Expertinnen und Experten der Wehrindustrie aus dem In- und Ausland die spezifischen Herausforderungen des deutschen Kontexts herausgearbeitet und die Übertragbarkeit erfolgreicher (Elemente von) Maßnahmen anderer Länder diskutiert.